Ausgebildete Tierpsychologin
Ausbildung zur Tierpsychologin bei der ILS, Abschluss 2023
Workshops, Seminare und Kurse zu den Themen
(Hund):
- Angst (Karin Siska)
- Aggressionen (Vanessa Bokr)
- Impulskontrolle und Frustrationstoleranz (Nicole Brinkmann)
- Jagdverhalten (Maren Grote)
- Strafen oder Belohnen? (Normen Mrozinski)
- Welpenerziehung (Dana Thiemel)
- Bindung und Beziehung (Daniel Joeres)
- Nähe und Distanz (Nicole Brinkmann)
- Trickdog (Dana Thiemel und Daniel Joeres)
- Schluss mit Leinezerren (Dr. Janey May,
bedürfnisorientiertes positives Trainung)
(Katze):
- Umgeleitete Aggression
- Harnmarkieren
- Ständige Hospitation bei der Assistenzhundeausbildung in Bremen
- Praktikum im Tierheim Arche Noah Brinkum im März 2024
Wie alles begann
Solang ich zurück denken kann, teile ich mein Leben mit Hunden und Katzen. Bevor ich ein eigenes Haustier bekam, musste ich für meine Eltern mein Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltevermögen unter Beweis stellen. So kam es, dass ich als junger Mensch zahlreiche Hunde "Gassi" führte und Urlaubsbetreuung anbot. Als ich 12 Jahre alt war, trat dann mit Kitty meine erste eigene Hündin in mein Leben. Ein süßer Foxterrier, wie meine Eltern meinte, tatsächlich aber eine herausfordernde Jagdhündin.
Marek war mein zweiter Hund, mein Seelenhund. Eine Mischung aus Schäferhund, Collie und Mittelschnauzer und sehr arbeitseifrig und hütefreudig. Mit ihm habe bis zur Begleithundeausbildung trainiert, er hat mir viel über die unfassbaren Fähigkeiten, über die Hunde verfügen, beigebracht.
Aktuell teile ich mein Leben mit zwei Hunden und zwei Katzen. Jeder Hund und jede Katze haben mich etwas gelehrt, über ihre Individualität, aber auch über Dinge wie den Umgang mit Ängsten, mit dem Jagdtrieb und über den Aufbau einer guten Beziehung. Chewie sieht aus wie ein schwarzer Australian Shepard, auch ist sein Wesen deutlich geprägt von seinem Hütehundanteil, der aber nur einen Teil seiner Vorfahren ausmacht: In im steckt Flat Coated Retriever, Groenendal (der schwarze langhaarige Belgische Schäferhund), kroatischer Schäferhund und seine Mutter steuert noch ein bisschen Dalmatiner und Boxer bei.
Chewie ist ein Hund mit Ängsten, ebenso wie seine Geschwister – und das, obwohl sie wohlbehütet ihre ersten Lebenswochen mit ihren Eltern und deren liebevollen und fürsorglichen Halter*innen verbrachten. Die ersten acht Lebenswochen waren sie unbeschwerte Welpen, die Liebe, Wärme und zahlreiche Anregungen bekamen und nur gute Erfahrungen machten. Doch ein dramatischer Notarzteinsatz zur Rettung eines Familienmitglieds veränderte alles. Seitdem haben Chewie und auch seine Geschwister Angst vor unbekannten Menschen, vor allem vor Männern. Die Rassedisposition – Chewie ist hütehundtypisch geräuschempfindlich, sensibel und nervös – und das Erbe des Vaters, der auch ängstlich ist, sind Faktoren, die bewirken, dass dieses Erlebnis sie so nachhaltig angstauslösend geprägt hat.
Seitdem habe ich mich intensiv mit Ängsten bei Hunden, Angstaggression und weiteren Themen beschäftigt sowie Kurse und Workshops zu diesen Themen belegt. Der Schritt zur Ausbildung als Tierpsychologin mit dem Schwerpunkt Hund und Katze war dann naheliegend. Als promovierte Sozialwissenschaftlerin schaue ich mir Dinge sehr gern genau und analytisch an, bin sehr gern wissenschaftlich informiert. Die Ausbildung beim ILS und die Workshops und Seminare bei weiteren Expert*innen haben mir tiefe Einblicke in das Verhalten, Lernen und die Kommunikation von Hunden und Katzen gegeben, die ich zusätzlich mit meinen eigenen Erfahrungen an Hunde- und Katzenhalter*innen weitergeben möchte, die vor Problemen im Umgang mit ihren Tieren stehen.
Aber Chewie ist natürlich mehr als seine Ängste. Er ist ein großer Clown, macht jeden Quatsch mit, in ihm muss auch ein Seehund verborgen sein, zumindest liebt er Wasser über alles und ist passionierter Ganzjahresschwimmer. Er liebt es Tricks zu lernen und ist ebenso wie Marek arbeitsfreudig und begeistert sich dafür, mit seinen Menschen zu kooperieren und zu arbeiten. Und die Menschen, die er in sein Herz geschlossen hat, liebt er abgöttisch, der große Schmuser.
Anteo ist ein Hrvatski Ovcar (kroatischer Schäferhund) aus dem Tierschutz, er kam aus Kroatien im Alter von etwa eineinhalb Jahren nach Deutschland auf eine Pflegestelle. Dort haben wir ihn kennengelernt und uns alle, inklusive Chewie, in ihn verliebt. Seit Juli 2024 teilt er sein Leben mit uns und wir unseres mit ihm. Er ist der entspannteste Hund, den man sich vorstellen kann, außer wenn es um Futter geht, dann geht sein Puls hoch. Er ist in dieser Beziehung der komplette Gegenentwurf und Ausgleich zu Chewie. Mit seinen Ohren musste er eigentlich Yoda (auch passend zu Chewie) heißen, aber wir haben uns dagegen entschieden, ihm einen neuen Namen zu geben. Es ist wunderbar, wie die Hunde sich bereichern, miteinander toben, Dinge untersuchen, das Leben feiern und chillen. Anteo kann all das auf das Beste, er nimmt jede Situation mit Freude an, freut sich über jeden Menschen, buddelt die tiefsten Löcher in Sekunden, schmust und schläft nachts eng an uns Menschen angeschmiegt. Ein Glückshund.
Außer mit Chewie und Anteo teile ich mein Leben mit den Katzen Sukhi und Lula. Sukhi ist eine kleine Quatschnase, die es liebt, durch die Gärten zu stromern und besonders gut mit den Hunden kann. Sie kann penetrant unaufhörlich maunzen, wenn sie etwas will und ist besonders verschmust.
Lula ist eine typische Katzen-Katze - sehr eigenwillig, sehr bestimmt in dem, was sie will und was sie nicht will (sie treibt jede*n Tierärztin und mich zur Verzweiflung, wenn es darum geht, ihr eine Tablette zu geben). Wir lieben uns sehr und sie besteht darauf, dass ich mich abends aufs Sofa setze, damit sie auf meinem Schoß schlafen kann (nein, es muss das Sofa, sein, ein anderer Ort geht nicht).
In meinem Lebens- und Familienumfeld leben jedoch sechs weitere Katzen, um die ich mich regelmäßig kümmere (ebenso wie ich bei der Versorgung von Sukhi und Lula unterstützt werde). Es liegt auf der Hand, dass jede dieser acht Katzen, ebenso wie meine geliebte bereits verstorbene Katze Betty, Individuen sind. Mich faszinieren die vielfältigen individuellen Wesensarten der Katzen, die zwar unterschiedliche Ansprachen brauchen und wollen, welche allerdings auf derselben Kommunikationssystematik beruhen. Katzenhalter*innen diese Systematik zu vermitteln und damit das Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Katzen nahezubringen, ist für mich eine absolut erfüllende und sinnhafte Tätigkeit.
Wir alle wollen glückliche, entspannte und zufriedene Tiere, wir wollen ihre Bedürfnisse und Bedarfe kennen und ihnen ein Leben bieten, das diese Bedürfnisse erfüllt. Wenn Ihr Hund oder Ihre Katze gestresst, ängstlich, aggressiv – also offenbar nicht glücklich, entspannt und zufrieden – ist, dann ist es meine Aufgabe, Sie zu unterstützen, die Gründe für diese Situation zu finden, Ihnen diese zu erklären und eine Lösung zu entwickeln, damit Sie gemeinsam mit Ihrem Hund oder Ihrer Katze zufrieden und ausgeglichen leben können.